Mythos: preiswerter Campingurlaub

Camping boomt seit einigen Jahren extrem, nicht erst seit Corona. Obwohl die Pandemie den Hype noch einmal verstärkt hat. Ich möchte heute den Mythos vom preiswerten Campingurlaub ausräumen. Da mein Mann und ich seit 30 Jahren Europa mit dem Wohnmobil bereisen, kann ich aus eigener Erfahrung sprechen.

 

Heute muss man Reservieren

 

Die Anzahl der zugelassenen Wohnmobile und Wohnwagen steigt stetig. Allein im Jahr 2020 wurden mehr als 78.000 Reisemobile und über 28.600 Caravans zugelassen. Und das in nur einem Jahr. Leider steigt aber die Infrastruktur nicht in dem selbem Maße. Noch vor 5 bis 6 Jahren war es für uns undenkbar, im Voraus einen Platz auf einem Campingplatz oder Wohnmobilstellplatz vorab zu reservieren. Selbst an beliebten Zielen wie zum Beispiel an der Ostsee, in Südtirol oder am Bodensee. Man hat immer einen freien Platz gefunden.

 

Leider hat sich das in den letzten Jahren völlig gewandelt. Ohne Reservierung geht oft gar nichts mehr. Und das selbst außerhalb der Hauptsaison. Damit ist für uns der Sinn dieser Urlaubsform völlig abhanden gekommen. Für uns steht diese Freiheit im Vordergrund. Loszufahren und dort wo es uns gefällt zu bleiben, ohne vorher recherchieren zu müssen, ob denn etwas frei ist.

 

Preiswerter Campingurlaub – das war einmal

 

Wie überall heißt es „Angebot & Nachfrage“. Die Campingplatzbetreiber haben teilweise immer neue Ideen, für weitere Einnahmequellen. Wenn man sich auf den Webseiten und den Preislisten der Plätze umsieht und nach den Preisen für einen Wohnmobilstellplatz plus 2 Personen schaut, sieht es auf den ersten Blick gar nicht teuer aus.

 

Aber dann geht es erst richtig los. Für den Vierbeiner zahlt man meistens extra. Manchmal einen Preis, dass man erwartet, dafür bekommt die Fellnase täglich Futter und eine Wellnessbehandlung. Wer nicht in der glücklichen Lage ist mit Solar ausgestattet zu sein, muss sich ans Stromnetz anschließen. Das kann dann schon mal 3 bis 4 Euro pro Tag extra kosten.

 

Duschen gefällig? Kostet fast immer extra. Ach ja…und dann gibt es in vielen Orten noch eine Kurtaxe/Kurabgabe. Das pro Tag und pro Person. Den Wassertank für`s Wohnmobil tanken, Müll entsorgen? Auch hier kassieren viele Plätze extra. Am Ende hat sich dann der Preis den man ursprünglich im Kopf hatte verdoppelt.

 

Reisemobil mieten/ kaufen

 

Für Neulinge macht es Sinn, bevor man sich ein Wohnmobil anschafft, erst einmal Eines zu mieten. Die Kosten hierfür sind allerdings relativ hoch. Aber auf diese Art und Weise kann man zuerst einmal testen, ob diese Urlaubsform überhaupt das Richtige ist. Außerdem gibt es die verschiedensten Ausführungen. Möchte man einen ausgebauten Kastenwagen, ein Mobil mit einem Alkoven, einen Integrierten oder einen Teilintegrierten? Was möchte ich, was brauche ich? Antworten hierauf findet man am besten, wenn man testen kann.

 

TIPP:

Auf der Caravan-Messe in Düsseldorf, die jedes Jahr im September stattfindet, kann man sich einen Überblick verschaffen und erstmal schauen was es überhaupt alles am Mark gibt.

 

 

Urlaub in den Niederlanden

 

 

Im September waren wir für 5 Wochen in den Niederlanden unterwegs. Mal abgesehen von den wunderschönen Städtchen und den mega freundlichen, endspannten Menschen. Die Holländer sind ja als Camper bekannt und dementsprechend sieht dort die Infrastruktur aus. Es gibt sehr viele Stellplätze und nirgendwo ist es überfüllt . An den Preisen können sich deutsche Betreiber eine Scheibe abschneiden. Keine Extrakosten für Hunde, Strom und Duschen. Auch die Ausstattungen auf den Stellplätzen und Minicampings sind sehr modern und wesentlich besser als in Deutschland.

 

Fotoquelle: Petra Peters

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